Zentrale ökumenische Veranstaltung zum Reformationstag in Cloppenburg

Die katholische St. Josefs-Kirche in  Cloppenburg war in diesem Jahr der Ort für die „Zentrale Ökumenische Veranstaltung zum Reformationstag 2019“ im Oldenburger Land. Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kir­chen in Niedersachsen (ACKN) hatte zu diesem Fest eingeladen. Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde (Baptisten) und die Neuapostolische Kirche standen hierbei im Fokus.

Die Kirche bietet Plätze für etwa 350 Besucher. Nur vereinzelt blieben Stühle unbesetzt. Annähernd 100  neuapostolische Geschwister waren gekommen, darunter ein Chor mit 25 Sängern. Es konnten der Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche Thomas Adomeit aus Oldenburg, der katholische Weihbischof Wilfried Theising aus Vechta und der Erzbischof der syrisch-orthodoxen Kirche in Deutschland Julius Dr. Hanna Aydin aus Delmenhorst begrüßt werden.

Teil I - Ökumenisches Podium: Nach der musikalischen Einleitung mit einem Orgelstück begrüßten der Gastgeber Dechant  Bernd Strickmann (Katholische Kirche) und Bischof Thomas Adomeit die Besucher. In seiner Ansprache stellte Thomas Adomeit fest: „Wer hätte sich noch vor  fünf  Jahren eine solche Veranstaltung zum Reformationsfest in einer katholischen Kirche vorstellen können? Heute dürfen wir uns austauschen und voneinander lernen“.

Souverän wurde der  gesamte Ablauf  von  Frau  Dr. Gabriele  Lachner (ACKN) und Frau Pfarrerin Sabine Spieker-Lauhöfer (evangelisch-lutherische Kirche) moderiert. Pastor Martin Seydlitz (Baptisten)  und Apostel Dirk Schulz (NAK)  standen sich gegenüber, um  zunächst jeweils die eigene Kirche  zu präsentieren unter dem Motto: Auf der Suche nach der Wahrheit – Was ist mir in meiner Kirche wichtig? Beide Kirchenvertreter stellten sich gegenseitig Fragen, bevor sich auch das Publikum zu Wort melden konnte. Diese Möglichkeit wurde gern genutzt. Zwischen beiden Kirchen gab es sowohl Gemeinsamkeiten, als auch Gegensätze, die offen angesprochen wurden.  In diesen Teil war ein weiteres Orgelstück sowie jeweils ein Chorvortrag der Baptisten und der Neuapostolischen Kirche eingefügt.

Teil II - Ökumenische Andacht: Sie begann mit einem gemeinsamen Choral: „Lobe den Herren, den mächtigen König der Ehren …“ Nach einem einführenden Gebet lasen  Pastor Seydlitz und  Apostel Schulz abwechselnd Verse aus dem 25. Psalm. Diese Lesungen wurden jeweils unterbrochen mit dem Lobgesang:  „Magnificat animamea Dominum“ (Meine Seele preist die Größe des Herrn). Weihbischof Wilfried Theising sprach in der Andacht über sein Verständnis von der Wahrheit: Die gemeinsame Wahrheit in der Ökumene sei Jesus Christus und das freue ihn. Es folgten einige Augenblicke völliger Stille. Dr. Heinrich Dickerhoff schilderte unterschiedliche Lebenssituationen, die uns an Menschen aus dem eigenen Umfeld erinnerten und bat die Festbesucher, in Fürbitte für sie einzutreten. Auch in diesem Teil wirkten beide Chöre und die Orgel mit. Unabhängig voneinander hatten die Chorleiter den „Irischen Segen“ in verschiedenen Vertonungen ausgewählt. Dies wurde als eindrucksvolles Zeichen der Ökumene zwischen den Konfessionen angesehen. Der Schlusssegen wurde von den verschiedenen Geistlichen der beteiligten Kirchen gemeinsam erteilt. 

Übereinstimmend betonten viele Besucher des Festes den sympathischen und  bescheidenen Auftritt von Apostel Dirk Schulz. Das trug für die NAK dazu bei, im Kreis der anderen Kirchen wohlwollend aufgenommen zu sein. Alle Festgäste waren abschließend von der katholischen Kirche eingeladen, bei einem kleinen Büfett viele interessante Gespräche mit anderen Christen zu führen und Begegnungen miteinander zu genießen. Zwei Tageszeitungen berichteten an den Folgetagen sehr positiv über dieses Ereignis.